Alan Wake: Fertiggespielt und mein Fazit

Gepostet am 1. Februar 2014 von Minkitink, 0 Kommentare

Alan Wake war jetzt mein erstes Survival-Horror-Game für dieses Jahr. Von den Machern wird es als Psychological Thriller bezeichnet und das passt ganz gut. Die Story gleicht einem Alptraum und je mehr Hinweise man bekommt, desto verwirrender wird die Sache.

Bei der Eingruppierung in ein bestimmtes Genre scheiden sich allerdings die Geister. Hier reicht die Bandbreite von Third-Person-Shooter über Action-Adventure und eben auch Survival-Horror. Es scheint wohl schwierig zu sein, dieses Spiel genau zu klassifizieren und genau so ist es mir auch gegangen.

Story

Alan Wake, Schriftsteller mit Alpträumen, Visionen und akuter Schreibblockade, fährt mit seiner Frau Alice ins idyllische Städtchen Bright Falls um sich zu erholen. Schon bald verschwinden seine Frau und auch das gemietete Häuschen unter mysteriösen Umständen. Alan muss nun feststellen, dass Bright Falls von einer seltsamen Dunkelheit und jeder Menge Untoten angegriffen wird. Die einzige Waffe, die wirklich hilft ist Licht. Dadurch werden Angreifer unterschiedlichster Art geschwächt und verwundbar.

Alan findet bei der Suche nach Alice immer wieder Seiten eines Horror-Romans, den er wohl selbst geschrieben hat, an den er sich aber nicht mehr erinnern kann. Die beschriebenen Ereignisse treffen immer kurze Zeit später ein und er erkennt, dass er wohl irgendwie in seiner eigenen Alptraumgeschichte gefangen ist.

Während Alan auf der Suche nach Alice durch die Berglandschaft irrt, beginnt er zu erkennen, dass er die Geschichte fertigschreiben muss, um den Alptraum zu beenden und Alice zu retten.

Die Story an sich ist schön abstrus und im Spiel genial umgesetzt. Man findet immer wieder Hinweise in Form von Manuskriptseiten oder kann Fernsehsendungen ansehen die sich wie Puzzlesteinchen zusammensetzen. Allerdings war der Schluss dann etwas seltsam inszeniert, das hätte man noch weiter ausbauen können.Grafik

Die Berglandschaften sind wunderschön ausgearbeitet und man kann sich fast vorstellen, hier Urlaub zu machen (natürlich nur wenn dann mal die Sonne scheint). Bäume, Gräser, Felsen und auch die Gebäude sind gut gemacht und schön texturiert. Auch Effekte wie Feuer oder Nebel werden glaubhaft dargestellt. Da gibt’s nichts zu meckern.

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Steuerung und Gameplay

Am Anfang war das Spiel wirklich gruselig und ich habe mich auch ein paar Mal erschreckt. Aber mit der Zeit wurden die immer wieder gleichen Angriffe der Untoten oder auch der Vögel  vorhersehbar. Gut, die Stärke der Gegner hat mit der Zeit etwas zugenommen und die Anzahl hat immer etwas variiert, aber im Grunde liefen die Kämpfe immer gleich ab. Hier hätte ich mit etwas Abwechslung gewünscht.

Auf der Suche nach Alice wurde man relativ geradlinig durch die einzelnen Schauplätze geleitet. Es war eigentlich nie möglich sich zu verlaufen und es war meist offensichtlich wo es weitergeht. Kleine Aufgaben (Quests wäre jetzt übertrieben), wie z.B. das Starten von Generatoren oder das Erreichen von Stromkästen haben das Spiel aufgelockert, waren aber jetzt nicht wirklich herausfordernd und man stand auch fast nie unter Zeitdruck. Das hätte man noch ein wenig schwieriger gestalten dürfen.

Die Bewegungen der Figuren haben manchmal etwas hölzern gewirkt und Alan war wirklich keine Sportskanone. Schnelle Reaktionen oder längeres Rennen konnte man knicken. Besonders das mit der langsamen Reaktion hat mich teilweise schon sehr gestört und hat oft zum Tod meiner Spielfigur geführt. Offensichtlich war das aber von den Entwicklern so gewollt, um die Spannung zu steigern … na, ja.

Das Autofahren war recht witzig und mal eine Abwechslung, obwohl ich hier die Standardbelegung des Controllers gleich auf die alternative Belegung umgeschaltet habe.

Das Spiel speichert automatisch an verschiedenen Kontrollpunkten und das war in den meisten Fällen auch ok.

Unser Protagonist hat die unterschiedlichsten Waffen und fast immer eine Taschenlampe zur Verfügung, die unterwegs gefunden werden. Munition und Batterien sammelt man auch unterwegs. Wenn man mit der Munition einigermaßen vernünftig umgeht, war die Menge auch immer ausreichend.

Das Spiel ist jetzt nicht wahnsinnig lang. Ich habe mit einigen Erkundungen, Suchen von Kisten und Thermoskannen, sowie Ansehen einiger Fernsehepisoden ca. 15 Stunden gebraucht. Wenn man sich das alles schenkt und die Cutscenes überspringt, ist man wahrscheinlich viel schneller durch. Möchte man aber alles mitnehmen und auch mal die eine oder andere Büchsenpyramide für Schießübungen verwenden, dann kann man sich auch noch ein paar Stunden mehr hier tummeln.

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Atmosphäre und Soundtrack

Der Soundtrack war der jeweiligen Szene immer gut angepasst und hat die gruselige Stimmung passend verstärkt.

Durch Nebel, verschwommene Umgebung und Dunkelheit wurde eine unheimliche und glaubhafte Atmosphäre geschaffen. Auf richtig ekelige Aspekte (wie z.B. Blut, Schleim, Spinnweben …) wurde allerdings weitgehend verzichtet.

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Fazit

Für meinen Geschmack waren etwas zu viele Shooter-Einlagen enthalten und es hätte ruhig noch etwas gruseliger sein dürfen.  Hier fehlte mir oft das Gefühl der Beklemmung, das vielleicht mit einem anderen Soundtrack oder Geräuschen hätte erzeugt werden könnte. Ein paar Rätsel unter Zeitdruck hätten dem Spiel auch nicht geschadet. Obwohl die Atmosphäre einzigartig ist und einem manchmal leichte Schauer den Rücken runter laufen lässt, liegt für mich der Schwerpunkt des Spiels doch zu sehr auf Shooter.

Meine Wertung

Story **********
Gameplay **********
Atmosphäre **********
Grafik **********

Zusätzlich zu den 6 Folgen, in die das Spiel wie bei einer Fernsehserie unterteilt ist, sind bei der PC-Version noch zwei Spezialfolgen enthalten. Die werde ich mit bei Gelegenheit auch noch einmal ansehen.

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